Deutsche Journalisten, Facebook und der Abonnieren-Button | 120sekunden

Sehr schön beobachtet! Aber leider völlig falsch,was mich betrifft. Immerhin aus Gründen, die der Unzulänglichkeit von Facebook geschuldet ist.
Erklärung: Hier ist mein Profil
https://www.facebook.com/profile.php?id=685101756
Das hat zur Stunde 19.726 Abonnenten.
Denn natürlich kann man mich abonnieren – allerdings eben nur das Profil, auf das ich meine Aktivitäten konzentriere. Dass ich zusätzlich auch eine Seite habe, liegt daran, dass die Abo-Funktion sehr spät eingeführt wurde. Schon lange vorher hatte ich die maximalen 5000 Friends erreicht, da hatte ich eine Facebook-Page eröffnet. Jetzt brauche ich die Page eigentlich nicht mehr, habe aber noch keine sinnvolle Vorgehensweise gefunden, die 12.000 Page-Fans “rüberzuziehen”.

Aber ist schon okay, erstmal zu lästern, und später dann zu schauen, ob das auch stimmt, mache ich selbst gern, große Freude.

SPRENGSATZ _Das Politik-Blog aus Berlin» Blog Archive » Gauck und der Shitstorm

Lieber Michael Spreng, ich glaube, Sie schliessen hier fehl. Das hängt nicht an der Anonymität, die (nicht nur in Arabien) ein essentielles Grundrecht des Internetnutzers ist. Die schärfsten Schüsse gegen Gauck kamen nicht von anonymen Nutzern; die ganze Debatte um Gauck, die bei aller Schärfe und mich etwas überraschenden Aggression auch etwas Gutes hatte, hing und hängt in keiner Sekunde mit der Anonymität zusammen. Insofern ist die Verbindung zwischen Gauckkritik und Anonymität eine völlig konstruierte. Mehr noch: aus dem Stegreif könnte ich zehn, fünfzehn Beiträge zu Gauck in allen Schärfegraden präsentieren, quer durch das Netz – und kein einziger ist völlig anonym (obwohl das wie gesagt eigentlich kaum eine Rolle spielt).

live.hackr : Pinnwand.me

Vermutlich werde ich den Wechsel auch vollziehen, im Moment nur zu prokrastinativ veranlagt.

Aber das Konzeptionelle interessiert mich. Delicious hat (wenn man Friendster so ignoriert, wie es sich gehört) das Taggen groß gemacht, noch vor Flickr, wenn ich mich recht erinnere. Mehr noch hat delicious etwas erfunden/bekannt gemacht, was ich bis heute viel zu selten intelligent eingebaut sehe: die navigierbare URL, gewissermaßen die Kommandozeile für Drittelnerds.

In Tags sehe ich ein ungeheures, noch ungehobenes Potenzial, das muss jetzt keiner glauben, aber das dachte ich schon vor den Hashtags von Twitter. Wenn Twitter eine Suche hätte, die den Namen Suche verdiente, könnte man noch besser erkennen, was Tags sind: die händische, crowdgesourcte Variante des semantischen Web (nur ein bisschen übertrieben).

Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, aber (plattformübergreifende) Tags und Tag-Mechaniken müssten längst das nächste große Ding sein.

Was die URL angeht, ich kenne nur delicious, wo man eingibt delicious.com/saschalobo/vortr... – und man bekommt alle Einträge, die mit vortrag und internet getaggt sind. Eine Spur zu nerdig, um in der richtigen Welt anzukommen, aber eigentlich ein smarter Weg der Suche. Weshalb wirklich keine einzige fucking Social-Media-Plattform eine gute Suche hat und weshalb ausgerechnet Google Plus die allerschlechteste Suche des Planeten hat, das müssen anderswo mal erörtern.

Deutsche Digitalmissachtung

Das ist natürlich totaler Unsinn, der letzte "ironische" Absatz. Dir ist vielleicht entgangen, dass ich ein Blog habe – wichtiger aber: es geht nicht nur um mich. Kann es gar nicht. Es ist versucht worden, große Blogs aufzubauen, Spreeblick, Carta, Mädchenmannschaft und viele andere. Entweder waren die Versuche zu halbherzig, was natürlich sein kann, aber meine Interpretation ist, dass das deutsche Durchschnittspublikum Blogs nicht annimmt.

Auf Spiegel Online erreiche ich viele normale Leute, auf die es mir ankommt. Auf Blogs sagen sich die gleichen 20.000 Blogger gegenseitig, wie irre wichtig Netzpolitik ist (mit wenigen Ausnahmen). Wenn nicht die immer gleichen sieben Journalisten von SPON, Zeit Online, Heise et al. darüber schreiben, wirken Blogs exakt null nach außen. Sehr ärgerlich, ja. Aber eine Tatsache, für die Du mir bizarrerweise die Alleinschuld zuzuschieben scheinst. Das ist sehr bequem, vor allem für Leute wie Dich, die das Potenzial hätten, aber sich aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen mit In-Group-Performing begnügen, offenbar.

Über die Unwirksamkeit des Urheberrechts | Digitale Notizen

So nicht, mein Herr. Zum einen habe ich Dein Buch längst gekauft, Teil meiner Religion, ich kaufe die Bücher, die ich lesen möchte und schnorre grundsätzlich nicht bei anderen Autoren.
Pics or it didn’t happen:

Zum zweiten schreibe ich nicht, dass Du das Urheberrecht abschaffen willst. Schon klar, dass Du darauf gewartet hast, um die Diskussion um Dein Buch anzutreiben – aber deshalb musst Du mir nicht unterstellen, was ich nicht geschrieben habe.

Die Frage des Kommentators auf meinem Blog war:
“Kannst du zeigen, wo die Forderungen (wie sie zum zum Beispiel von der Piratenpartei verkündet werden) zur Einschränkung und/oder Abschaffung des Urheberrechts “intelligent und durchdacht daherkommen”?”

Meine Antwort war der Verweis auf Dein Buch. Und zweifellos betreibst Du die Einschränkung (nicht Abschaffung, dafür ist das “oder”, das ich in meinem Text auch benutzt habe) des Urheberrechts, von mir formuliert als “in die Unwirksamkeit treiben wollen”. Das weisst Du, und für dritte Kommentatoren lege ich ein kurzes Zitat gewissermaßen im Schlussplädoyer des Buchs vor, wo du Lessings “Nathan der Weise” als Parabel benutzt und einen Ring als Metapher für das Urheberrecht: “Dass wir die Tyrannei des einen Rings nicht länger dulden, das ist das in diesem Buch verfolgte Ziel.” Man muss kein Phantast sein, um in diese Formulierung einen Wunsch zur Einschränkung des Urheberrechts hineinzulesen.

Also bitte schreib keinen Unsinn hier in Dein Blog, um mir etwas zu unterstellen, was ich nicht geschrieben habe, damit Du Deinen langersehnten Angriff von der bösen Contentindustrie vermarkten kannst.

wired - wirres.net, fachblog für irrelevanz

Das Wort "Lifestyle" gehört zu den schmierigsten Begriffen überhaupt in der Medien-Marketing-Welt, das ist für sich genommen schon eine Leistung.  

 Dahinter steckt aber etwas, was man auf deutsch mit "Lebensgefühl" bezeichnen könnte. Auch ein häufig missbrauchtes Wörtchen, aber das blenden wir jetzt mal aus, wer in der Werbemediensuppe mitschwimmt, wird auch nass, wenn er sie nicht mag und das ganz oft sagt.  

 Die Antwort auf die Frage ist recht einfach: Wired transportiert ein Lebensgefühl, t3n nicht. Das ist keine Beleidigung des Magazins, sondern ergibt sich aus der Historie. Vielleicht hat es ein Heft, dessen Name von Typo3 News herrührt, auch einfach schwer, mehr Leute zu erreichen als diejenigen, die überhaupt wissen, was Typo 3 ist. Und da habe ich noch gar nicht diejenigen abgezogen, die wissen, was Typo 3 ist oder vielmehr sein soll, aber das codeverschmierte Stück Softwarezumutung hassen wie die ranzige Pest (meine Gefühle beziehen sich auf irgendeine Drecksversion von vor drei, vier Jahren, keine Lust auf Neubewertung, danke).  

 Wie T3N in den Radar kommen könnte, sowohl der Zielgruppe, die WIRED bedient wie auch der Mediaagenturen:  
Gar nicht.  

 Das deutsche, echte WIRED-Publikum ist vollzählig bei DE:BUG, die nur überleben kann, weil der normale Werktag von Sascha Kösch recht offensichtlich 124 Stunden hat und er seine Kerze an allen zwölf Enden angezündet hat.  

 Und der Rest der Leute hat sich damit abgefunden, dass es bestimmte Medienprodukte eben nur auf Englisch gibt. Gute Fernsehserien, witzige Late Night Shows, interessante Sachbücher über die Digitale Sphäre: englisch, alles englisch, drei Ausnahmen je Dekade.  

 Und die Texte in der T3N, die könnten auch besser sein oder zumindest witziger. Ich wüsste aber auch nicht genau, was das bringen kann, denn: siehe oben.

Google schenkt Autoren Unabhängigkeit « Google

Zumindest die letzte Frage kann ich beantworten: einer meiner ca. 235 Alerts würde losgehen und mich über diesen Artikel informieren, ich würde ihn mir anschauen und abwägen, ob es völlig egal ist (99,4% der Fälle) oder tatsächlich irgendwie Komplikationen geben könnte und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen. “Maßnahmen”, das hört sich bedrohlich an, soll es ja auch, ist es aber gar nicht.

Eigentlich ist es recht unkompliziert, weil nach meiner Erfahrung die allermeisten Netzplattformen recht aufmerksam sind, was Identitäts-Missbrauch angeht und erfreulich schnell reagieren.

Wo ist der Rubikon? | Webevangelisten

Lieber Thomas, meine angebliche Aussage, dass Bin Laden kein Mensch sein, entstammt allein Deiner Deutungsphantasie. Deine Unterstellung empfinde ich als bizarr und falsch. Den Hang zur Menschlichkeit nicht bei hunderttausenden Kriegstoten zu entdecken, die auf vermutlich exakt die gleiche Weise getötet wurden, sondern bei einem Massenmörder – wo man dann auch noch über den genauen Tathergang exakt nichts weiss – das halte ich für wohlfeil. Über nichts anderes habe ich geschrieben, Dein Satz vor und die zwei Sätze nach meinem Tweet sind eine Unverschämtheit, weil sie mir hineininterpretierend eine Haltung unterstellen, mit der ich wenig zu tun habe.

Und die Moral von der Geschicht: Von Fake-Twitterern und den alten Hüten des Richard Gutjahr | Off the record

“nicht zu jedermanns Wohlgefallen”, das ist doch Standard, das muss man bei mir eigentlich gar nicht mehr dazusagen, wäre mein Vorschlag; ich überlege bereits, ob ich mir das in den Personalausweis als Namensaddendum eintragen lasse:

Sascha Nicht-Zu-Jedermanns-Wohlgefallen Lobo. Das würde wertvolle Zeit sparen, die dann zur Steigerung der publizistischen Qualität genutzt werden kann oder zum rumliegen.